Der Bescheid

Bescheid zu Ihrem Asylantrag

Sie erhalten einen Brief, den so genannten „Bescheid“ des Amtes und somit die Entscheidung zu Ihrem Asylantrag.

Nun gibt es zwei Optionen:

 ⇒  Sie haben nur in Deutschland Antrag auf Asyl gestellt

Ja  - Sie dürfen bleiben.

Bleiberecht in Deutschland. Sie erhalten eine Aufenthaltserlaubnis

 

1.

Sie haben Flüchtlingsschutz/Asyl und können 3 Jahre bleiben. Danach wird noch einmal geprüft, ob die Vorraussetzungen für den Flüchtlingsschutz noch gegeben sind und haben Chancen auf einen unbefristeten Aufenthalt.

2.

Sie bekommen sogenannten  subsidären Schutz, was heisst, dass Sie keine Anerkennung als Flüchtling bekommen aber aus anderen schwerwiegenden Gründen nicht zurück gesandt werden können und daher bleiben dürfen. Sie bekommen eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland für 1 Jahr. Bei bleibenden Vorraussetzungen kann diese um 7 Jahre verlängert werden.

 

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 Nein - Sie dürfen nicht bleiben

und bekommen kein Bleiberecht in Deutschland. 

Sie haben das Recht, sich bei einem Gericht gegen diese Entscheidung zu wehren

Dafür haben Sie aber nur wenig Zeit. Achten Sie darauf, was auf der ersten Seite Ihres Bescheids steht:

Steht auf der ersten Seite „Der Antrag auf Asylanerkennung wird abgelehnt“, haben Sie normalerweise zwei Wochen Zeit, um eine Klage bei Gericht einzureichen.

In vielen Fällen steht auf der ersten Seite „Der Antrag auf Asylanerkennung wird als offensichtlich unbegründet abgelehnt“. Dann haben Sie nur eine Woche Zeit, um sich mit einem schriftlichen Antrag an das Gericht zu wenden. 

In jedem Fall sollten Sie sich sofort an Ihre Rechtsanwältin, Ihren Rechtsanwalt oder an eine Beratungsstelle wenden, am besten noch am selben Tag. 

⇒ Sie sind über ein anderes EU-Land eingereist und dort auch mit Fingerabdruck registriert worden („Dublin Fall“) 

 

Ja -  das andere EU-Land nimmt Sie zurück  

Sie werden in das EU-Land abgeschoben.

Eine Überprüfung dieser Entscheidung und ein Aufschub (also Verzögerung) sind nur durch eine Klage vor einem deutschen Verwaltungsgericht möglich. Hierfür brauchen Sie unbedingt einen deutschen Rechtsanwalt. Dieser kann auch beurteilen, ob Sie Chancen haben oder nicht.

 

Weitere Informationen zum Dublin-Verfahren und Ihren Handlungsmöglichkeiten in  >> Dublinvefahren, >>Was tun bei Ablehnung?

 

Nein -  das andere EU-Land meldet sich nicht oder lehnt Ihre Rückkehr in das Land ab.

Deutschland wird für Ihr Asylerfahren zuständig, wenn keinerlei Reaktion des anderen EU-Landes innerhalb von 6 Monaten erfolgt ist.

Der Zeitpunkt, ab dem die 6 Monate zu rechnen sind, ist das Datum an dem Sie die Benachrichtigung erhalten (gelber Brief), dass ein anderes europäisches Land für Ihr Asylverfahren zuständig ist. Verstreichen diese 6 Monate, ohne dass das Land zugestimmt hat, läuft Ihr Verfahren ganz normal in Deutschland weiter.

Sind die Betroffenen allerdings »untergetaucht«, kann es passieren, dass der Dublinbescheid zwar aufgehoben, das Asylverfahren aber eingestellt wird.

 

 

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