Ablauf der Anhörung

Der Fragenkatalog

Die Anhörung beginnt häufig mit bis zu 25 Fragen. Dabei geht es um Ihre persönlichen Verhältnisse – zum Beispiel wird nach Ehepartnern, Kindern, Eltern und Ihrem Beruf gefragt – und um den Reiseweg. Falls Ihnen diese Fragen bereits bei der Registrierung des Asylantrags gestellt wurden, geht die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter des >>BAMF nur noch kurz darauf ein.

Das Interview

Danach wird Ihnen die Gelegenheit gegeben, sich zu Ihren Fluchtgründen zu äußern. Sie müssen nun die Gründe für Ihre Flucht beschreiben. Durch eine ausführliche und genaue Beschreibung verbessern sich die Chancen, dass der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin des >>BAMF Ihnen Glauben schenkt. 

Führen Sie aus, was Sie persönlich bei einer Rückkehr in Ihr Heimatland befürchten. 

Beschreiben Sie nicht die allgemeine politische Situation in Ihrem Heimatland, es sei denn, Sie werden danach gefragt.

 

Ein paar wichtige Faustregeln, die Sie beachten sollten:

 

1.
Ihr Bericht sollte möglichst detaillert und ausführlich sein. 

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit. Lassen Sie sich nicht zur Eile drängen. Notfalls kann die Anhörung unterbrochen und nach einer Pause oder an einem an deren Tag fortgesetzt werden. 

2.
Möglichst konkret bleiben.

Bitte benutzen Sie keine Umschreibungen von Ereignissen (wie etwa „Meine Familie hatte Probleme mit der Polizei“), sondern beschreiben Sie genau, was Sie erlebt haben. Als Hilfestellung können Sie die folgenden Fragen nutzen:

„Was ist passiert und wie ist es abgelaufen?“

„Wann und wo ist es passiert?“

„Warum ist es passiert?“

3.
Glaubwürdig bleiben, keine Widersprüche.

Auch wenn eine genaue Beschreibung wichtig ist, heißt das nicht, dass Sie sich an alle Details erinnern müssen oder sich Antworten auf alle Fragen „zurechtlegen“ müssen. Zum Beispiel ist es normal, wenn Sie sich nicht mehr an das genaue Datum eines länger zurückliegenden Ereignisses erinnern können. In diesem Fall sollten Sie auch nicht raten oder sich ein Datum ausdenken. Dies könnte zu Widersprüchen in Ihren Angaben führen. Sagen Sie, dass Ihnen das genaue Datum nicht einfällt und versuchen Sie, es mit der Hilfe anderer Daten so gut wie möglich einzugrenzen (zum Beispiel: „etwa zwei Wochen nach dem Geburtstag meines Vaters“ oder „es muss im Winter gewesen sein, da ich warme Kleidung trug“).Manchmal kursieren unter Asylsuchenden auch „Geschichten“, mit denen man angeblich beim BAMF anerkannt werden kann. Lassen Sie sich davon auf keinen Fall beeinflussen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BAMF kennen die Situation in Ihrem Herkunftsland und merken meist schnell, wenn Ihnen eine falsche Geschichte erzählt wird. Es kann sein, dass Ihnen dann auch Ihre wahrheitsgemäßen Angaben nicht geglaubt werden.

4.
Bei Nachfragen seitens der/des Mitarbeiters/Mitarbeiterin

Es kann sein, dass die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter des BAMF zu einzelnen Punkten Nachfragen stellt. Sie sollten sich nicht darauf beschränken, diese Fragen nur knapp zu beantworten, sondern Sie müssen alles Wichtige vortragen, auch wenn Sie nicht ausdrücklich danach gefragt werden. Antworten Sie jedenfalls immer erst, wenn Sie die Frage verstanden haben. Fragen Sie gegebenenfalls nach.

5.
Wenn Sie krank sind.

Wenn Sie an einer Krankheit leiden, sollten Sie dem BAMF davon berichten. Dies ist vor allem wichtig, wenn Sie aus einem Staat kommen, in dem das Gesundheitssystem nicht gut ist, oder wenn Sie nicht die Kosten für die medizinische Behandlung in ihrem Herkunftsland aufbringen können.